Medien: Schaut mehr nach Europa! Europareport statt Tatort!

Kritik: Augenmerk der europäischen Medienberichterstattung übermäßig stark auf den USA, aber kaum auf Europa – Informationsauftrag sollte stärker für die Umlandregionen wahrgenommen werden.
Paneuropa Österreich fordert öffentlich – rechtliche Medien auf, politische Ereignisse innerhalb und in der Nachbarschaft der Europäischen Union stärker zu beleuchten.

Fast unbemerkt von der medialen Öffentlichkeit fanden vergangenes Wochenende zwei Wahlen statt, die richtungsweisend waren. Sowohl im EU-Land Bulgarien als auch in Moldawien, seit Kurzem in einer Assoziierungspartnerschaft mit der EU, gewannen russlandfreundliche Kandidaten bei den Präsidentschaftswahlen – eine Trendwende in diesen Staaten, die Europa direkter betrifft als die Senatswahlen in den USA.

„Die Wahlen und Volksabstimmungen der vergangenen Monate, bei der durch die Bank europakritische Kandidaten Mehrheiten errungen haben, ließen viele ratlos zurück. Dabei könnte man die Situation besser einschätzen, würde es für europäische Vorgänge auch nur halb so viel Aufmerksamkeit geben wie für die Wahlen in den USA“, ist sich Philipp Jauernik, Bundesvorsitzender der Paneuropa Jugend Österreich sicher. Über die US-Wahl wird man bei uns gut informiert. „Insbesondere für den Balkan, wo Österreich auch politisch und militärisch engagiert ist, sind vielen Bürgern gute Informationen nicht so einfach zugänglich. Dabei ist das direkt vor unserer Haustür“, merkt Jauernik an.

„Es gibt so gut wie keine Analysen und Hintergrundberichte zu unseren europäischen Nachbarn und Freunden im Osten und Südosten der Union“, ergänzt Stefan Haböck, Internationaler Referent der Paneuropa Österreich und stellt fest: „Wären Bulgarien, Moldawien und andere südosteuropäische Staaten so im Fokus wie es Großbritannien und die USA sind, dann könnte man Entwicklungen leichter verstehen!“

Paneuropa Österreich fordert daher, dass gerade öffentlich-rechtliche Medien ihren Auftrag wahrnehmen und umfassender über die Arbeit Europäischen Institutionen, die europäischen Partner und Nachbarländer berichten sollen. „Aufgrund des Showeffekts ist ein US-Wahlkampf natürlich spannender und unterhaltsamer, aber für Europa ist es wichtiger, wer als Staats – oder Regierungschefs in Brüssel die Zukunft Europas direkt mitbestimmt“, so Jauernik abschließend.

 

 

 

Bildunterschrift: v.l.n.r. Stefan HABÖCK, Karl von HABSBURG, Philipp JAUERNIK

Fotocredit: © DI Andrea Schiffl/Paneuropa Österreich

 

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